Berno Simon: Ingenieur, Musiker und Komponist

Berno Simon, geb. 1980 in Osnabrück, ist promovierter Ingenieur für Maschinenbau, der seit seiner Jugend eine starke Verbundenheit zur Musik hat. Neben Klavier und Gitarre gilt sein großes Interesse der Chormusik von der Gregorianik bis zur Moderne, die er schon während seiner Jugend, als Mitglied des Osnabrücker Dom- und Jugendchores, durch zahlreiche internationale Chorreisen und verschiedene CD-Aufnahmen mitgestalten durfte. In seiner Freizeit komponiert und arrangiert er Chor- und Klavierstücke für verschiedene Besetzungen, insbesondere A-capella Arrangements für Männer- und gemischten Chor.

 

1. Vor Kurzem haben Sie Ihre Arrangements „Wer hat die schönsten Schäfchen“ und „Die Blümelein, sie schlafen“ für Männerchor im Fidelio Verlag veröffentlicht. Was begeistert Sie am Arrangieren bzw. Komponieren?

 "Das Arrangieren ermöglicht es mir mich mit vielen verschiedenen Aspekten, die mich bewegen, auseinander zu setzen. Zum einen kann ich mich so mit meiner großen Leidenschaft „Chormusik“ beschäftigen, zum anderen kann ich auf diese Weise traditionelle Volks- bzw. Kinder-/Wiegenlieder, die ich schon seit meiner Kindheit kenne, mit klassischen und modernen Harmonien kombinieren. Dieser Mix ist es, den ich als Herausforderung sehe und der mich begeistert, sobald ich glaube eine gute Idee gefunden zu haben, die hoffentlich auch anderen gefällt."

 

2. Schon während Ihrer Jugend haben Sie in Chören mitgesungen. Leiten Sie selbst auch einen Chor?

 "Nein, einen eigenen Chor habe ich bisher noch nicht. Dafür fehlen mir leider noch sehr viele Eigenschaften, die ich persönlich von einem Chorleiter erwarten würde. Zum einen benötigt man als guter Chorleiter fundiertes theoretisches und praktisches Wissen bzgl. Chormusik. Dies ist wichtig, um ein tieferes Verständnis der jeweiligen Stücke zu erhalten und so dem Stück auch interpretatorisch gerecht zu werden. Zugleich muss ein Chorleiter dieses Wissen auf die Chorsänger übertragen ohne zu langweilen oder demotivierend zu wirken. Diese positive Eigenschaft habe ich während meiner Zeit im Osnabrücker Jugendchor unter der Leitung von Johannes Rahe erleben dürfen, die mich tief beeindruckt hat.

Zum anderen reichen weder meine klavier- noch gesangstechnischen Fähigkeiten, um einen Chor zu entwickeln und zu leiten. Auch hier hat ein Chorleiter meiner Meinung nach eine gewisse Vorbildfunktion sowohl vor jedem einzelnen Chorsänger als auch vor der gesamten Choreinheit. Und da wäre im Augenblick auch ein wenig die fehlende Zeit, da ich natürlich meine freie Zeit mit meiner Familie bzw. meinen drei Kindern verbringen möchte. Vielleicht wäre mein nächster Schritt erst einmal wieder einem Chor beizutreten.

Aber ich gebe zu, dass ein eigener Chor vielleicht insgeheim auch einen Traum von mir darstellt. Mal schauen, ob vielleicht irgendwann nochmal was daraus wird."

 

3. Wann und wie haben Sie Ihre Leidenschaft zum Klavier entdeckt?

 "Ich bin mit dem Klavierspielen meines Vaters aufgewachsen, der vorwiegend klassische Stücke spielt und diese damals auch privat auf Kassette aufgenommen hat, was ich mir zusätzlich angehört habe. Später hat er mir dann Klavierunterricht gegeben, wobei er nie viel Druck ausübte, sondern darauf gewartet hat, dass ich von selbst weiter machen wollte. Dadurch gab es Zeiten, in denen ich schnell Fortschritte gemacht habe, aber auch längere Zeiten, in denen ich nicht sonderlich motiviert war und das Klavierspielen eher habe schleifen lassen. Mit dieser Freiheit habe ich aber nie durch falschen Zwang während der unmotivierteren Phasen die Lust verloren, so dass ich mich bis heute gerne ans Klavier setze."

 

4. Komponieren Sie auf Papier oder am PC mit einer Notationssoftware?

 "Meine allerersten Versuche und Stücke habe ich noch mit Bleistift und Papier unternommen. Inzwischen komponiere ich am Klavier mit meinem Laptop daneben. So kann ich am Klavier Harmonien schnell ausprobieren und bei Gefallen auch direkt aufschreiben. Und nicht zuletzt ist es dann auch möglich es noch mal abzuspielen und zu hören, ob das Ergebnis harmonisch und rhythmisch gut klingt. So gut kann ich dann leider doch nicht Chorsätze o.ä. vom Blatt spielen.  "

 

5. Sie sind promovierter Ingenieur für Maschinenbau. Sehen Sie Parallelen zwischen ihrem Beruf und der Musik bzw. dem Komponieren und wenn ja, welche?

"Gerne würde ich jetzt beschreiben, dass es viele Parallelen oder Gemeinsamkeiten zwischen Komponieren / Arrangieren und der Arbeit als Ingenieur gibt, wie z.B. die in beiden Bereichen sicherlich notwendige Kreativität. Auch das Singen im Chor hat sicherlich in Bezug auf Teamarbeit eine gewisse Relevanz. Aber für mich ist die Musik eher als ausgleichender Gegensatz wichtig. Während im ingenieurtechnischen Bereich viele mathematische und physikalische Grundlagen zum Handwerk gehören, die festen, objektiven Gesetzen gehorchen, so ist Musik doch eher weniger berechenbar und folgt keinem festen Dogma. Interessante Musik ist immer subjektiv, muss für mich überraschend sein und Gefühle ansprechen.

Wichtig für mich ist aber, dass „die Musik“ ein Hobby ist und ohne Zwang bleibt. Ich glaube, dass für mich die Freiheit, nicht auf die Musik als Lebensunterhalt angewiesen zu sein, ein wichtiger Aspekt ist die Motivation bzw. die Lust am Komponieren / Arrangieren nicht zu verlieren."

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