Hannah Silberbach: Musikerin, Dirigentin und Komponistin

„Ich liebe es, aus Nichts etwas Neues und Einzigartiges zu schaffen. Das fasziniert mich.“

Ob als Sängerin, Pianistin oder Schlagzeugerin – Hannah Silberbach geht ihren Weg und dieser führt fast immer auf die Bühne. Nach der Ausbildung an der „Stage School Hamburg“ zur Bühnendarstellerin ließ sie sich an der „Hamburg School of Music“ zur Profimusikerin im Bereich der Popularmusik ausbilden. Sie gründete 2019 in Stuttgart eine neue Bandkombination und gewann dort zum Auftakt den „Deutschen Songcontest Troubadour 2019“. Im Jahr darauf erschien die erste EP mit Ihrer Band „Lautnah“.

Im Februar 2021 hat sie ein neues Arrangement für gemischten Chor mit dem Titel ihrer Band „Unser Jahr“ im Fidelio Verlag veröffentlicht. Wir fragen nach:

1. Was machen Sie als Erstes nachdem der Lockdown ein Ende hat?

"Da überlege ich nicht lange: In der Öffentlichkeit singen und Musik wieder LIVE mit den Menschen teilen und erleben."

2. Gab es bei Ihnen einen Key-Moment für Ihre musikalische Laufbahn?

"Als ich 18 war, zog ich für meine erste musikalische Ausbildung nach Hamburg. Das war in jederlei Hinsicht eine wahrlich große Veränderung zu dem Zeitpunkt. Eine neue Stadt, die spannende Kultur, sowie eine andere Mentalität, die mich nachgehend sehr positiv prägten."

3. Woraus schöpfen Sie Ihre Inspiration Texte und Songs zu schreiben?

"Aus dem Leben selbst. Ich möchte das, was ich erleben durfte mit den Menschen teilen. Mein Kanal dafür sind die Musik, sowie Texte."

 4. Würden Sie sich beim Komponieren bzw. Arrangieren als Kopf- oder Gefühlsmensch bezeichnen?

"Ich würde mich als Gefühlsmensch bezeichnen. Natürlich geht man manchmal auch kognitiv ran, oder beruft sich auf fachliches Wissen zurück. Dennoch steht für mich das Gefühl, was ich beim Hören & Schreiben habe, ganz vorne. Ich glaube es ist die Kunst beim Erschaffen von Neuem stets in einem offenen Zustand zu sein und dem Wissen, was manchmal durch den Kopf geschleudert wird, weniger Gewicht zu geben, sondern auszugsweise als Inspiration zu nutzen. Ich liebe es, aus Nichts etwas Neues und Einzigartiges zu schaffen. Das fasziniert mich."

5. Was wäre Ihr Traum-Konzertsaal, indem Sie einmal spielen möchten?

"Eines der ersten größeren Pop - Konzerte, die ich gesehen habe war in der Barclaycard Arena. Das war damals sehr beeindruckend für mich. Diese unglaubliche Choreographie aller Parameter die für eine bestimmte Zeit Zusammenspielen inspirierte mich. Dort würde ich gerne mal spielen und singen."

 6. Was war Ihr erstes Poster in Ihrem Kinderzimmer?

"Oh, da muss ich aber tief in den Erinnerungen suchen. Ich kann mich nur stark entsinnen, dass meine Schwester ein damals richtig cooles „No Angels“ Poster hatte und ich nicht. Darauf war ich neidisch."

 7.  Was war das lustigste Kompliment auf der Bühne, das Sie je bekommen haben?

"Ich war einige Jahre im Kabarettbereich unterwegs und damals haben wir uns viel selbst auf die Schippe genommen und u.a. Schönheitsideale auseinandergelegt etc. Danach kam einmal ein Zuhörer zu mir und sagte, dass ich mir doch bitte nicht solche Gedanken machen soll - er mache sich richtig Sorgen. Er hat das alles anscheinend ziemlich ernst genommen. Aber gut, das sprach in dem Moment für das, was augenscheinlich sehr authentisch auf der Bühne stattfand."

8. Könnten Sie für einen Moment musikalisch die Zeit zurückdrehen und eine Situation, vielleicht auf der Bühne, noch einmal erleben. Welche wäre das?

"Da gab es eine Situation – noch in der Ausbildung – in der bei einem öffentlichen Auftritt das Folgende passierte: Wir sangen, tanzten und interpretierten ein fetziges Lied und die gesamte Gruppe bekam Headsets. Für das Stück hatte ich die Solostimme bekommen und ich tagträumte im Vorfeld vor mich hin, dass es eigentlich wesentlich schöner wäre, mit einem Handmikrofon zu singen. Das passte irgendwie besser zum Gesamtbild und ließ sich für mich auch einfacher verkörpern. So meine Gedanken."

Dann fand, einige Tage später, der Auftritt statt. Wir standen auf der dunklen Bühne und es ertöne ein lautes: „Five, six, seven, eight!“ Licht fuhr hoch, das Stück begann und ich zu singen. Mein Headset gab zwei drei Töne von sich, knackte ein paar Mal und war nach sehr kurzer Zeit schließlich aus. Nach einer gefühlten Ewigkeit, also ca. 3-4 Sekunden, kam ein Techniker auf die Bühne und reichte mir ein Funk-Handmikrofon. „Wirklich?“, „Ja!“, gab er mir zu verstehen. Ich explodierte förmlich und ein breites Grinsen überkam mein Gesicht und hielt an. Als das Stück vorbei war und ich von der Bühne lief, überkam mich ein Lachen. Ich rollte für einige Minuten über den Boden, weil ich fassungslos war und einfach Lachen musste.

 

9. Welcher Situation aus Ihrer musikalischen Laufbahn bringt Sie egal wann zum Lachen?

"Im vergangenen Jahr hatten wir mit unserer Band genau ein größeres Konzert und ich habe mich sehr darauf gefreut, endlich wieder auf der Bühne stehen! Alles war vorbereitet, die Zuschauer saßen, das Intro lief und ich betrat sehr euphorisch die Bühne. Ich stellte mich an mein Mikrofon und begrüßte die Gäste, als ich bemerkte, dass irgendetwas anders war. Nach einigen Momenten machte mich meine Band darauf aufmerksam, dass etwas fehlte. Ich hatte doch tatsächlich meine Gitarre im Backstage Bereich vergessen, aber warum? Ich riss einen Witz nach dem anderen, um irgendwie eine gute Überleitung zu finden, aber es gelang mir nicht, einen Grund zu finden, warum ich nochmal von der Bühne musste. Also machte ich es kurz, sprang von der Bühne, schnappte mir die Gitarre und dann konnte es endlich losgehen. Wir mussten alle so lachen, dass wir beinah mit dem Spielen aufhörten."

 10. Was ist Ihr Ziel für das Jahr 2021?

"Meinen Musikverein, den ich seit Beginn des Jahres habe, endlich gemeinsam spielen zu hören und ich möchte wieder singend auf Bühnen stehen."

 

Foto: Bernd Kiel

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