Klassik und mehr - 25 Stücke für Violine/Flöte und Viola

Fidelio Verlag: Frau Rovner, Frau Herrmann – wenn Sie Ihre Notensammlung mit wenigen Sätzen beschreiben müssten, was erwartet Musiker:innen, wenn sie die Hefte auspacken?

Rovner: Sie erwartet eine kleine Überraschung gut umgeschriebener bekannter Stücke für Violine und Viola, die für gewöhnlich in größerer Besetzung gespielt werden. Und somit eine neue musikalische Option, bekannte Stücke mit Freude im Duo spielen zu können.

Herrmann: Die Sammlung umfasst echte „Gelegenheitsmusik“, egal ob kleine Konzerte, Umrahmungen, Hochzeiten, Beerdigungen, Geburtstage und viele weitere Anlässe. Die Stücke sollen Spaß machen. Daher sind viele bekannte und beliebte Stücke dabei, die viele aus Oper, Operette oder dem Konzertsaal kennen.

Fidelio: Für welche Zielgruppe eignen sich die Arrangements besonders?

Rovner: Für Hobbymusiker:innen, die ihr Instrument sicher beherrschen – und für Profimusiker:innen sind sie genauso interessant. Es gibt darin Stücke für alle Anlässe.

Herrmann: Das sehe ich auch so. Laien oder Schüler:innen können die Arrangements zwar auch etwas vereinfachen und z.B. Doppelgriffe weglassen. Die Hauptzielgruppe sind aber Profis bzw. fortgeschrittene Instrumentalist:innen.

Fidelio: Sie beide sind Berufsmusikerinnen im Orchester und können sich ganz der Musik widmen. Wie schaffen sie es, trotz der Routine, die man zwangsläufig im Berufsleben entwickelt, die Begeisterungsfähigkeit für die Musik aufrecht zu erhalten?

Herrmann: Begeisterung entsteht immer beim geglückten Zusammenspiel. Durch unsere Arrangements haben wir bekannte Stücke jedoch ganz neu erleben können. Melodien, die sonst allein den Sänger:innen vorbehalten sind, teilen wir uns auf und übernehmen auch sonst die komplette musikalische Ausgestaltung. So stehen beide Instrumente in einem Dialog auf Augenhöhe und viele musikalische Freiheiten bereichern unser Spiel.

Rovner: Ich habe mir diese Frage nie gestellt, einfach, weil die Musik ein wichtiger Teil meines Lebens ist. Und genauso gern, wie ich im Orchester spiele, mache ich auch Kammermusik und genieße es, gemeinsam mit Freund:innen zu musizieren.

Fidelio: Das Arrangieren von Musik ist neben dem Handwerk auch ein kreativer Schaffensprozess, der nicht selbstverständlich auf Knopfdruck abgerufen werden kann. Über welchen Zeitraum sind die Arrangements entstanden?

Rovner: Manche Stücke sind schon vor längerer Zeit geschrieben worden, und vieles ist jetzt auch in der Corona-Zeit dazu gekommen. Man braucht immer Impulse und Inspirationen – und wenn sie da sind, geht es ganz gut, man muss natürlich immer viel ausprobieren, wie es zu zweit klingt. Das ist nicht immer einfach.

Herrmann: Von meiner Seite aus sind die ersten Arrangements in der schöpferischen Langeweile der Corona-Lockdowns 2020/21 entstanden. Inspiriert von Olgas schon vorhandenen Stücken habe ich mit einer Mischung aus innerer Vorstellung sowie ungezähltem Anhören von YouTube-Aufnahmen einige Lieblingsstücke für uns umgeschrieben. Inzwischen sind schon wieder mehrere neue Nummern fertig.

 Fidelio: Besonders wichtig ist vielen Musiker:innen, dass Arrangements praxiserprobt sind und nicht nur am Schreibtisch entstanden sind. Können Sie diese Sorgen für Ihre Arrangements nehmen?

Herrmann: Unsere Arrangements sind vielfach bei Auftritten geprüft und mit viel Freude erkannt und mit viel Beifall bedacht worden. Besonders die Operettenversionen gefallen unserem älteren Publikum sehr, ebenso die Walzer und Klassiker.

Rovner: Ja, auf jeden Fall! Wir haben alle Stücke schon ganz oft gemeinsam gespielt, auch in Altenheimen, bei privaten Veranstaltungen, Stadtteilfesten oder Geburtstagen. Und sie haben immer gute Resonanz bekommen.

Fidelio: Noten für Violine und Viola sind leider noch nicht so zahlreich zu finden, wie für viele andere Instrumentalkombinationen. Woran liegt das Ihrer Erfahrung nach? Ist die Kombination doch etwas ungewöhnlich?

Rovner: Ungewöhnlich schon – und gleichzeitig finde ich es schade, dass das so ist, weil die beiden Instrumente so gut miteinander harmonieren und sich gegenseitig ergänzen. Die Idee dafür, die Stücke gerade für Violine und Viola umzuschreiben, entstand bei mir ursprünglich aus „praktischen“ Gründen. Und zwar spielten wir im Quartett bei einer Privatveranstaltung, wo jedoch sehr wenig Platz auf dem Podest war, auf dem wir beim Musizieren saßen. Da kam mir die Idee, dass das ganze Repertoire auch zu zweit gespielt werden könnte: Die Violine strahlt ja sowieso, und die Viola kann auch viel, viel mehr, als man manchmal vielleicht denkt. Das heißt, sie kann auch die Violinenstimme und den Part des Cello übernehmen. Man darf die Vielseitigkeit und die Einsatzmöglichkeiten der Viola nicht unterschätzen. Und da es bei der Besetzung tatsächlich einen Mangel an Repertoire für diese beiden Instrumente gibt, hatte ich die Idee, diese „Lücke“ aufzufüllen. Mich freut es sehr, dass ich damit Ruth inspirieren konnte und sie auch anfing, Stücke für Violine und Viola zu arrangieren.

Herrmann: Da kleine Besetzungen wie unser Geige-Bratsche-Duo für eine:n Komponist:in selten zu großem Ruhm führen, sind eben große Orchester- bzw. Bühnenwerke das Ziel der Meister. Wir zeigen, dass große Musik auch in kleiner Besetzung noch großartig ist.

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.