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Wieso so viele Bücher nur mit Publikationszuschüssen veröffentlicht werden können.

Der Buchmarkt in Deutschland ist einer der größten Absatzmärkte weltweit für Bücher und Medien. Jedes Jahr wandern über 350 Millionen Bücher im Wert von ca. 1,9 Milliarden Euro über die Ladentheken. Genug zu tun für die Buchbranche, die fleißig an Neuerscheinungen arbeitet. Zwar sinkt die Anzahl der jährlichen Neuerscheinungen konstant, allerdings ist das Ausgangsniveau auch sehr hoch: Über 70.000 Titel kamen 2018 auf den Markt.

Rechnet man den Umsatz jedoch auf die Anzahl aller am Markt bestellbaren Bücher um (Bücher verkaufen sich ja nicht nur ein Jahr, sondern teils Jahrzehnte), bleibt pro Buch nur noch eine kleine Summe übrig, die sich zudem auf Handel, Verlage und Autoren aufteilt. Nun sind die Umsätze außerdem nicht gleichverteilt – einige Bücher verkaufen sich Millionenfach, andere kaum. Zusammenfassend muss man dann ehrlicherweise sagen: Die meisten veröffentlichten Bücher bringen kaum Umsatz ein und dienen nicht selten der Dekoration von Buchhandlungen.

Was bedeutet das aber für Verlage und Autoren? Kann man also mit der Veröffentlichung von Büchern kein Geld verdienen? Doch, das geht – allerdings nicht in der breiten Masse. Verlage gehen bei der Veröffentlichung von Büchern ähnlich vor, wie Investoren bei der Finanzierung von Start-Ups. Eine Vielzahl an Büchern wird am Markt platziert, in der Hoffnung, dass eines davon durch die Decke geht. Landet ein Verlag auch nur einen Bestseller, kann er mit den Gewinnen die Verluste aller Ladenhüter ausgleichen.

Dieses Prinzip funktioniert allerdings nur in Segmenten, die einen Massenmarkt bedienen – Krimis, Romane, Biographien etc. In Marktbereichen, die per se eine sehr kleine Zielgruppe haben, funktioniert das nicht. Im Bereich der wissenschaftlichen Literatur ist das lange bekannt und akzeptiert. Die Verkaufszahlen für ein umfassendes Werk zur mongolischen Frühgeschichte werden niemals das Niveau eines Harry Potter-Buches erreichen. Also muss man nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten suchen.

Meistens sind Verlage daher bei der Veröffentlichung von Medien in Nischensegmenten auf Publikationszuschüsse von Autorinnen und Autoren angewiesen. Teilweise können auch Sponsoren gewonnen werden und für einige Bereiche kann man standardmäßig Publikationsstipendien beantragen.

Die bei uns im Verlag veröffentlichen Titel sind meistens einem Nischensegment zuzuordnen. Dissertationen, Musikalien und Fachbücher adressieren mit wenigen Ausnahmen eine geringe Zielgruppe. Auch wir sind daher häufig auf Publikationszuschüsse angewiesen.

Meist kommt die Frage auf, warum Autorinnen und Autoren dennoch eine Publikation anstreben? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Einer der Gründe ist, dass im persönlichen Umfeld meist höhere Verkaufszahlen generiert werden können, als über den klassischen Handel: Im Bekanntenkreis, bei Social-Media-Followern, bei Musikschülern, über den befreundeten Redakteur der Lokalzeitung. Über diese Verkaufskanäle lassen sich die Kosten häufig leicht wieder einspielen, da die teure Vertriebsstruktur wegfällt.

Zudem gibt es einige Bereiche, in denen Publikationen Pflicht sind – z.B. die Wissenschaft und die Publikation von Dissertationen. Erst nach erfolgreicher Veröffentlichung wird der akademische Titel verliehen.

Und dann gibt noch den Grund, dass einige Autoren sich gerne selbst für die meist unfassbar große Arbeit am Manuskript belohnen möchten, und ein professionell gesetztes und gedrucktes Buch in den Händen halten möchten. Was gibt es schöneres, als nach der ganzen Arbeit stolz auf das eigene Buch zu schauen. Der finanzielle Erfolg ist dann zweitrangig.

Die Vielfalt an Büchern und Medien ist riesig und zu Recht als einer der wichtigsten Kulturbereiche anerkannt. Ohne Publikationszuschüsse wäre diese Vielfalt in der Form allerdings nicht möglich.

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